Naxos

Naxos ist mit einer Fläche von 429 km² nicht nur die größte Insel der Kykladen, sondern dank ihrer herrlichen Strände und landschaftlichen Vielfalt auch die reizvollste. Von Norden nach Süden wird die Insel von einem Granitgebirge durchzogen, das am Berg Zas bis zu einer Höhe von 1003 m ansteigt. Während der Osten eher steil und felsig ist, bietet der dichter besiedelte Westen große fruchtbare Ebenen. Das Innere der Insel, die Hochebene von Tragea, ist dank unberührter Natur und malerischer Dörfer ein echtes Paradies für Wanderer. In den antiken Tempeln, byzantinischen Kirchen und venezianischen Wehrtürmen, die hier verstreut liegen, spiegelt sich die wechselvolle Geschichte der Insel. Im Altertum war Naxos Zentrum der Kykladenkultur. Seit dem Jahr 395 gehörte die Insel zum Oströmischen Reich, bis sie 1207 an die Venezianer fiel. Mitte des 16. Jahrhunderts eroberten die Osmanen die Insel. Mit der Gründung des Königreichs im Jahre 1830 wurde Naxos Teil Griechenlands.

NaxosIn der antiken Mythologie gilt Naxos als die Insel des Weingotts Dionysos. Als Semele, die Geliebte des Zeus, vor der Geburt ihres Kindes starb, setzte der höchste Gott den Embryo in seinen Schenkel ein und brachte auf Naxos Dionysos zur Welt. Relikt das seit dem 8. vorchristliche Jahrhundert auf der Insel nachweisbaren Kults ist das aufwändig restaurierte Dionysos-Heiligtum von Iria. Die zweite bedeutende archäologische Stätte auf Naxos ist das in wunderbarer Landschaft gelegene Demeter-Heiligtum bei Ano Sangri.

Schon in der Antike was Naxos berühmt für seinen Marmor und brachte eine bedeutende Bildhauerschule hervor. Eindrucksvolles Zeugnis davon sind die Kouroi von Naxos, drei monomentale Jünglingsstatuen aus dem sechsten vorchristlichen Jahrhundert in der Nähe von Flerio und Apollonas.

Die an der Nordküste gelegene Inselhauptstadt Naxos-Stadt (Chora) verfügt über einen lebendigen Hafen, der Naxos mit den anderen Kykladeninseln und dem Festland verbindet. Hauptsehenswürdigkeit ist die mittelalterliche Altstadt mit einem Labyrinth enger Gassen. Hier befindet sich auch die orthodoxe Kathedrale Mitropoli Zoödochou Pigis. Darüber thront das Kastro, eine venezianische Burganlage aus dem 13. Jahrhundert. Im Palast von Sanoudo ist das Archäologische Museum untergebracht. Wahrzeichen der Stadt ist die Portara, ein auf einer vorgelagerten Halbinsel stehendes sechs Meter hohes Marmortor eines antiken Apollon-Tempels. Im touristischen Zentrum, dem im Süden der Stadt gelegenen Agios Georgios, findet man viele Hotels, Appartments und Restaurants.

Im Nordosten der Insel lassen sich neben einsamen Buchten und urtümlichen Dörfern auch Steinbögen aus Schmirgel besichtigen. Der Schmirgel wurde auf Naxos seit der Antike in der Gegend um Lionas abgebaut. In den Gebirgshöhen der Ostküste findet man noch viele Schmirgelminen, die bis in die 1940er Jahre betrieben wurden.

Die schönsten Strände der Insel mit feinem, weißen Sand finden sich an der Westküste, südlich von Naxos-Stadt. In Agios Prokopios, Agia Anna und Kastraki bieten sich hervorragende Möglichkeiten für Wassersport. Etwas ruhiger ist der sich kilometerlang erstreckende, weitgehend naturbelassene Plaka-Strand, der von schönen Dünen gesäumt wird.

Dank ihrer Fruchtbarkeit bietet die Insel ausgezeichnete Naturprodukte. Die Kartoffeln, Zitronen und Oliven aus Naxos gelten als besondere Delikatessen. Daneben sollte man auf jeden Falll Kitron, den duftenden Zitronenlikör, und die typischen Käsesorten Graviera, Misitra und Kefalotiri probieren.